Tinka

Mit Tinka begann alles!

Tinka ist vermutlich 1997 geboren, genau weiß ich es nicht, da die Katze erst als erwachsenes Tier zu mir gekommen ist. Ihre Vorgeschichte gestaltet sich wie ein Krimi und so hatte sie schon so einiges erlebt. Als junge Katze wäre sie fast verdurstet und verhungert, weil sie tagelang ohne Wasser und Fressen war. Eine Beziehungskrise der jungen Besitzer führte dazu, dass beide Partner die Wohnung für Tage verließen und Tinka einfach dort vergaßen. Nach ihrer Rettung durch den Vermieter erging es ihr nicht viel besser. Sie wurde von ihrem neuen Besitzer gequält und getreten, bis der Vermieter sie zum zweiten Mal rettete. Da er selbst kein Platz für  das geschundene Tier hatte, wurde sie mir angeboten. Als ich sie aufnahm, war sie etwa 5 Jahre alt. Bis heute hat sie Angst vor fremden Menschen und greift jeden an, der ihr zu Nahe kommt. Es ist leider auch noch eine panische Angst geblieben, wenn sich das Fressen in ihrem Napf dem Ende neigt. Aber das kommt so gut wie nie vor, und wie man sieht, fühlt sie sich doch recht wohl.
Nach unserem Umzug in ein kleines Häuschen mit Garten musste sich Tinka sehr umstellen. An die Katzenklappe konnte sie sich ewig nicht gewöhnen und ihre anschließenden Exkursionen in die Natur waren nicht sehr ausschweifend. Sie blieb eigentlich immer in der Nähe des Hauses. Ihr größtes Laster war ihre Neugier. Katzen sind ja im Allgemeinen sehr neugierig, aber sie war schon extrem. Wenn irgendwo was passierte, war sie sofort da, um zu sehen, was da passiert. So lag sie stundenlang im Unterholz und beobachtete die Handwerker auf den anderen Grundstücken. Leider auch den Idioten, der mithilfe einer Baumspritze Holzschutzmittel auf die Balkenkonstruktion eines Carports aufgetragen hat. Alle meine Katzen erkrankten. Die Vergiftungserscheinungen zeigten sich in Appetitlosigkeit und erbrechen. Nach ein paar Tagen erholten sich meine Katzen nach und nach, nur Tinka nicht. Entweder war sie schon zu alt oder sie hatte ganz besonders viel von dem Zeug abbekommen. Trotz Tierarzt und stationärer Behandlung wurde es bei ihr nicht besser. Am Vorabend ihres Todes ließ sie sich von mir noch mal ausgiebig streicheln, sie sah erbarmungswürdig aus, struppiges glanzloses Fell trübe Augen. Als es dunkel wurde, verließ sie das Haus und irgendwie ahnte ich, dass ich sie lebend nicht mehr wiedersehen würde.
An nächsten Morgen dem 20.06.09 klingelte ein Nachbar an meiner Tür und teilte mir mit, dass meine Katze im Schatten einer Pampasgras Staude lag und anscheinend tot sei.
Ich holte Tinka nach Hause und begrub sie unter meinem Apfelbaum.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>